Auf die Begriffe "Swaraj" und "Swadeshi" ging Dr. Indu Prakash Pandey als ehemaliger Freiheitskämpfer am Samstag, 1. Februar  2015, bei einer Feier des Bharat Vereins Frankfurt zum 66. indischen Tag der Republik ein. "Swaraj" (Selbstverwaltung, Autonomie) im Sinne Mahatma Gandhis bedeute nicht nur äußere Kontrolle über Staat und Gesellschaft, sondern vor allem auch innere Disziplin, erklärte Pandey. Bei "Swadeshi" (Eigenständigkeit, Autarkie) gehe es sowohl um Unabhängigkeit in allen Bereichen der Produktion und Verteilung, als auch um innere Eigenständigkeit und Stärke.

Für ihn und seine Mitkämpferinnen und Mitkämpfer in der indischen Unabhängigkeitsbewegung seien ferner die Begriffe "Satya" (Wahrheit) und "Ahinsa" (Gewaltlosigkeit) von großer Bedeutung gewesen, sagte Pandey. Es sei darum gegangen, das höchste Ziel, die Wahrheit, durch Gewaltlosigkeit zu erreichen und so äußerlich und innerlich freie, unabhängige Menschen zu werden. Für Mahatma Gandhi sei Gewaltlosigkeit eine Frage des Glaubens, nicht der politischen Strategie und Taktik gewesen.

Bewegt schilderte Pandey in seiner Rede die verschiedenen Stufen des Unabhängigkeitskampfes, die er selbst miterlebte, von der Stimmung im Land bei der Hinrichtung Bhagat Singhs 1931 über die Quit-India-Bewegung und seinen Gefängnisaufenthalt 1942 bis zur Unabhängigkeit Indiens am 15. August 1947 und dem Inkrafttreten der Verfassung am 26. Januar 1950.

Ehrengast bei der Veranstaltung war der Schirmherr des Bharat Vereins, der indische Generalkonsul in Frankfurt Raveesh Kumar.